Kann eine Massage wirklich Giftstoffe ausschwemmen?

Massage Giftstoffe ausspülen
Michael Filipp Termin Massage
Ein Blog­beitrag von Michael Filipp

Auf vielen Webseiten wird behauptet, eine Massage würde beim „Entschlacken“ helfen und den Körper dabei unterstützen, angesammelte Giftstoffe auszuschwemmen. Doch ist das wirklich die Wahrheit oder handelt es sich doch eher um einen hartnäckigen Mythos? 

Die ganze Sache mit den Giftstoffen ist nicht mehr als ein Missverständnis, der auf einer falschen Interpretation unserer inneren Umgebung beruht. Denn Anhänger dieser Theorie gehen davon aus, dass es Bereiche in den Muskeln gibt, die stillstehen und durch die Massage erst wieder aktiviert werden, damit frische Flüssigkeit nachfließen kann.

Tatsächlich ist es aber so, dass der Körper ständig die Flüssigkeit zwischen und in den Zellen erneuert, insbesondere in hochvaskulärem Gewebe wie den Muskeln. Der menschliche Kreis­lauf wird mit jedem Herzschlag und jeder kleinen Bewegung permanent in Gang gehalten.

Warum viele an das Ausschwemmen glauben

Verstehe mich nicht falsch. Ich selbst kann es vollkommen nachvollziehen, warum die Vorstellung der stagnierenden Flüssigkeit für viele logisch erscheint. Denn schließlich stehen wir auf und fühlen uns steif und unbeweglich. Ist das nicht ein klares Indiz dafür, dass die Giftstoffe in den Muskeln für dieses Empfinden verantwortlich ist?

Gerne möchten wir glauben, dass die Schmerzen und das Gefühl der Müdigkeit einfach verschwinden, wenn wir die Verursacher einfach ausschwemmen und gut ist. Wenn ein Scharnier schwergängig ist, braucht es schließlich auch Öl, richtig?

Nein, denn wenn sich Chemikalien wie Kohlendioxid, Laktat oder Salze in einer Zelle anreichern, bringen unsere Organellen, Kanäle und Pumpen die Zelle wieder in den Gleichgewichtszustand. Wenn das Gewebe hypoxisch wird, erweitern sich die Kapillaren, um den lokalen Blutfluss zu erhöhen. Bei einer Schädigung werden weiße Blutplättchen und Fibroblasten mobilisiert, um die Schäden zu beheben. Die Idee des „stagnierenden Gewebes“ fällt bei näherer Betrachtung in sich zusammen.

Eine Massage schwemmt keine Giftstoffe aus

Entgegen der Meinung vieler anderer Massagetherapeuten und Praxen erzählen wir unseren Kunden nicht, dass Massagen zum Ausschwemmen von Giftstoffen beitragen. Es ist ein Mythos, der sich lange gehalten hat und es ist Zeit, nun damit aufzuräumen. Als Kunde solltest du dir nicht allzu viele Hoffnungen machen, dass ein Entschlacken durch Massage wirklich signifikant möglich wäre.

Stattdessen würde ich viel lieber dazu raten, sich mehr mit dem eigenen Körper sowie der körperlichen und geistigen Gesundheit zu beschäftigen. Oft liegen die Ursachen für Verspannungen und Einschränkungen im Alltag nicht in den Muskeln, sondern häufig in der Psyche. Beispielsweise als Folge von Stress.

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