Chinesische Massage: Leitfaden zu Techniken und Vorteilen

Chinesische Massage
Michael Filipp Termin Massage
Ein Blog­beitrag von Michael Filipp

Als Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Massagen seit mehreren Tausend Jahren dafür eingesetzt, das körperliche und geistige Wohlbefinden zu steigern und den Energiefluss Chi (Qi) zu fördern. Eine der ältesten Varianten ist die Tuina Massage, die sich in der westlichen Kultur umgangssprachlich als „chinesische Massage“ etabliert hat.

Der Begriff „chinesische Massage“ ist ein wenig irreführend, da es so etwas in der reinen Form gar nicht gibt. In der TCM werden verschiedene Techniken wie Drehen, Ziehen, Wenden, Drücken und Kneten als therapeutische asiatische Körperarbeit beschrieben, die nicht nur der Muskel­ent­spannung und Stressreduktion dienen, sondern auch die Meridiane ins Gleichgewicht bringt.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die verschiedenen Techniken von chinesischen Massagen wissen musst und welche Vorteile sie für dich bieten kann.

Das Prinzip des Chi (Qi)

Chi (Qi) bezeichnet die Lebensenergie oder den Energiefluss in jedem Lebewesen. Diese ganz­heitliche Philosophie zieht sich durch viele Bereiche der chinesischen Kultur und ist unter anderem auch in der Kampfkunst oder der Kalligrafie vorzufinden. Sie wird von dem Wunsch geprägt, ein nachhaltiges Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit im täglichen Alltag zu erreichen.

Laut Traditioneller Chinesischer Medizin besitzt der Körper bestimmte natürliche Qi-Muster, die durch die Meridiane fließen. Als Meridiane werden die Kanäle bezeichnet, durch die das Chi durch­fließt. Kommt es zu Blockaden oder Disbalancen, kann ein Mangel an Lebensenergie verschiedene Symptome in Schlüsselorganen verursachen, was wiederum Krankheiten auslösen kann.

Ganzheitlicher Ansatz: Durch verschiedene Methoden in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Akupunktur und Massage sollen die Ungleichgewichte sanft korrigiert werden. Die TCM-Praktiker erhoffen sich dadurch auch eine Besserung von eventuellen Krankheitssymptomen.

Arten der traditionellen chinesischen Massage

Tuina Massage

Die Tuina Massage hat Ähnlichkeiten mit einer Deep Tissue Massage und verwendet Knet-, Hack- und Dehnbewegungen, um schmerzende Punkte und Blockaden im Muskelsystem des Körpers zu lösen. Das Ziel der Praktizierenden ist es, körperliche und energetische Verspannungen zu lösen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen und den körpereigenen Heilungsprozess anzukurbeln.

Fußreflexzonenmassage

Bei der Fußreflexzonenmassage geht man davon aus, dass jedes Organ mit einer bestimmten Zone an den Füßen, Sohlen und der Zehen in direkter Verbindung steht. Durch das Massieren und Drücken dieser Reflexpunkte soll ein positiver Effekt auf das entsprechende Organ herbeigeführt werden, indem die Durchblutung gesteigert und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Akupressur

Wie bei einer Akupunktur geht man auch bei der Akupressur vom Konzept der Lebensenergie aus, welche über die Meridiane durch unseren Körper fließt. Während bei einer Akupunktur Nadeln verwendet werden, um Blockaden in den Meridianen zu lösen, kommen bei der Akupressur vorrangig die Hände und Ellbogen zum Einsatz, um druckvoll auf die Energiepunkte einzuwirken.

Akupunktur

Als wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Akupunktur häufig in Ergänzung zu einer chinesischen Massage angeboten, um bei der Schmerzlinderung zu unter­stützen und durch Freisetzung bestimmter Hormone die Regeneration zu fördern. Als sanfte und nebenwirkungsarme Therapiemethode kann sie jedoch auch einzeln angewandt werden.

Gua Sha Massage

Gua Sha ist eine Gesichtsbehandlung zur Hautpflege, welche die Durchblutung ankurbeln und angesammelte Giftstoffe ausstoßen soll. Durch die angenehme Massage mit einem Gua Sha Stein wird die Gesichtsmuskulatur sanft gelockert, was zum Abbau von Stress und Anspannung führt.

Verwendet werden für diese natürliche Facelift-Therapie für gewöhnlich ein flacher Stein aus Jade oder Rosenquarz, welcher entlang der Gesichtskonturen mit leichtem Druck vom Kiefer aus, über die Wangen, bis hin zu den Ohren gezogen wird. Mit dieser Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die Lymphflüssigkeit aus den Zellen abtransportiert wird.

Techniken der chinesischen Massage

Ein professionell ausgebildeter TCM-Massagetherapeut setzt ein breites Spektrum an verschie­denen Techniken ein und variiert je nach Kundenbedürfnisse die Intensität und Reihenfolge:

  • Schieben, Stoßen (tui)
  • Greifen, Halten (na)
  • Schütteln und Zittern (zheng dong)
  • Rollen (gun)
  • Kreisendes Kneten (rou)
  • Abtasten, Reiben, Streichen (mo)
  • Ziehen, Strecken (ba shen fa)
  • Hin- und Herschwingen (bai dong)
  • Klopfen, Schlagen, Klatschen (pai)
  • Drücken (an)

Welche Vorteile bietet eine TCM-Massage?

Als alternative Therapie und zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens, gehören chinesische Massagetechniken zu den weltweit beliebtesten Wellness-Anwendungen. Hier ein Überblick über die Vorteile, die eine chinesische Massage bieten kann:

  • Energielevel anheben
  • Kreislauf in Schwung bringen
  • Unterstützung der mentalen Gesundheit
  • Schnellere Erholung bei Verletzungen
  • Verbesserung der Durchblutung

Was sagt die Wissenschaft?  Dass Massagen im Allgemeinen für Entspannung sorgen und gesund­heitliche Vorteile bieten können, ist bekannt. Jedoch ist die Theorie der Lebensenergie, die durch die Meridiane fließen soll, gerade unter Schulmedizinern umstritten, da eine genaue Datenlage hierzu fehlt. Im Zweifel ist es deshalb ratsam, vor einer Sitzung ärztlichen Rat aufzusuchen.

Was kann man von einer chinesischen Massage erwarten?

Vor Beginn einer Massage fragt dich der Massagetherapeut, ob du eventuell körperliche Beschwer­den hast oder gesundheitliche Probleme vorliegen. Wie die meisten anderen Massagearten, findet auch die chinesische Tuina Massage üblicherweise auf einer Massageliege statt. Für den optimalen Komfort wird empfohlen, lockere Kleidung zu tragen.

Um die Durchblutung anzuregen, startet die Massage mit langsamen Bewegungen, bevor sie später intensiver wird. Mithilfe verschiedener Techniken wie Gleiten, Kneten und Rollen werden spezifi­sche Energiepunkte stimuliert, um die angesammelten Spannungen zu lösen. Möglicherweise kann es nach der Massage zu einem Muskelkater kommen, der in der Regel maximal 2-3 Tage anhält.

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